(nach Wikipedia)
Nikolaus Lenau, amtlich bis 1820 Nikolaus Franz Niembsch und ab 1820 Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau (Heimatortsgemeinschaft Lenauheim), geb. 13. August 1802 in Csatád, Königreich Ungarn — 22. August 1850 in Oberdöbling, Kaisertum Österreich), war ein österreichischer spätromantischer Schriftsteller. Der Spätromantiker gilt neben dem sich an der Klassik orientierenden Franz Grillparzer als der bedeutendste Dichter Österreichs im 19. Jahrhundert. Zu seinen hervorragenden Werken zählen die Schilflieder, einige Sonette und Lieder.
Leben[]
Nikolaus Lenaus Vater war der habsburgische Beamte Franz Niembsch. Durch den Einsatz ihres Erbes ermöglichte die Mutter dem Sohn Nikolaus, das Piaristengymnasium Budapest (Pest) zu besuchen. Sein Großvater väterlicherseits, der 1820 als „Edler von Strehlenau“ geadelte Oberst Joseph Maria Niembsch (1752–1822), holte seine Enkelkinder schließlich aus Ungarn zu sich. Er finanzierte Nikolaus das Studium (Philosophie, Landwirtschaft und Medizin).[1] Er konnte sich für keinen Beruf entscheiden. Schon als Jugendlicher hatte er begonnen, Verse zu schreiben. Seine ersten Gedichte erschienen 1827 in der Zeitschrift Aurora.
Eine Erbschaft seiner Großmutter 1830 erlaubte es ihm, sich ganz der Poesie zu widmen.
Anfang November 1831 kam Lenau nach Heidelberg, um hier die medizinische Doktorprüfung abzulegen. Er wohnte im „König von Portugal“ (Hauptstraße 146). In Heidelberg lernte er Gustav Schwab kennen, der ihm die Veröffentlichung seiner Gedichte bei Cotta vermittelte.
Lenau hatte schon ab 1820 in Wien Kontakt zu Burschenschaftlern. Unmittelbar nach seiner Ankunft in Heidelberg muss er ihn wieder aufgenommen und weiter gepflegt haben. Eine verbotene Burschenschaft, die nach ihrem damaligen Kneiplokal, dem „Goldenen Fäßchen“ (Ingrimstraße 16), den Namen Fäßlianer trug, nahm ihn auf, wovon ein Brief vom 1. Dezember 1831 an Karl Mayer Zeugnis ablegt. Lenau war auch Mitbegründer der Burschenschaft Frankonia Heidelberg, die am 13. Dezember 1831 nach anfangs vergeblichen Mühen vom Senat die Zulassung erhielt.
Vermutlich im April/Mai 1833 schiffte er sich nach einer Amerikareise von New York City aus auf einem Segler ein und reiste zurück nach Europa.
Angekommen in Bremen, stellte Lenau fest, dass er in seiner Abwesenheit zu einem gefeierten Dichter geworden war. In Wolfgang Menzels Literatur-Blatt wurden ihm Lorbeerkränze geflochten. Von nun an lebte er wechselweise in Stuttgart und Wien.
1836 Faust (Lenau), 37 Savonarola, Neuere Gedichte1838. 1842 erschien Die Albigenser.
1844 erlitt Lenau einen Schlaganfall, danach verfiel er in zunehmende geistige Umnachtung. Im Oktober 1844 wurde er in die Nervenheilanstalt Winnental im Schloss Winnental bei Stuttgart eingeliefert.[2] Der Schweizer Germanist Hans Guggenbühl (1924–1990) gab als Diagnose eine Progressive Paralyse an.[3] Im Mai 1847 wurde Lenau in das Sanatorium Görgen[4] in Oberdöbling bei Wien verlegt. Hier starb Nikolaus Lenau am 22. August 1850.
Lenaus Grab befindet sich auf dem Weidlinger Friedhof bei Klosterneuburg in Niederösterreich.
Lenau ist ein wichtiger Repräsentant des Biedermeier und ein Naturlyriker von hohem Rang (Schilflieder, Waldlieder).
Zahlreiche seiner Dichtungen wurden vertont, unter anderen von Robert Schumann, Fanny Hensel, Felix Mendelssohn Bartholdy, Franz Liszt, Hugo Wolf, Richard Strauss, Othmar Schoeck und Richard Sahla. Lenaus Faust inspirierte Franz Liszt zu mehreren symphonischen Dichtungen (Zwei Episoden aus Lenaus Faust: 1. Der nächtliche Zug, 2. Der Tanz in der Dorfschenke, „Mephisto-Walzer“). Richard Strauss folgt Lenaus Don Juan-Fragment in seiner symphonischen Dichtung Don Juan.
In Winnenden gibt es im Schloss Winnental, der ehemaligen Heilanstalt Winnenthal, eine Lenau-Gedenkstätte (Zugang über das Schloss-Café). Nikolaus Lenau war einer der berühmtesten Patienten des heutigen Zentrums für Psychiatrie in Winnenden.
Literatur[]
- Ulrike Abraham: „Stumm rang die Nacht mit letztem Sonnenstrahle“. Die Naturmetaphorik Nikolaus Lenaus. Haag und Herchen, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-89846-032-0.
- Rolf Engert: Nikolaus Lenau als Verkünder des dritten Zeitalters. 2. Auflage. Verlag edition unica, Leipzig 2011, ISBN 978-3-933287-08-3.
- Horst Fassel (Hrsg.): Nikolaus Lenau, Ich bin ein unstäter Mensch auf Erden. Ausstellungskatalog und Begleitheft zur Ausstellung. Weinmann, Filderstadt 1996, (= Die Deutschen und ihre Nachbarn im Osten, Band 6), ISBN 3-921262-07-0.
- Michael Ritter: Zeit des Herbstes. Nikolaus Lenau. Biografie. Deuticke, Wien u. a. 2002, ISBN 3-216-30524-4.
- Brockhaus: Konversationslexikon. Vierzehnte vollständig neubearbeitete Auflage. Brockhaus, Leipzig 1895, Bd. 12, Lemma Niembsch von Strehlenau, S. 357.
Weblinks[]
- ↑ Nikolaus Lenau. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Kindlers Literatur Lexikon. 18 Bände, Band 9. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2009, ISBN 978-3-476-04000-8, S. 797–801 (Biogramm und fünf Werkartikel).
- ↑ Patientenakte im Staatsarchiv Ludwigsburg, Bestand F 235 II (Staatliche Heilanstalt Winnental: Patientenakten), Bü 10797
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