Joey Rauschenberger, geboren 1993 in Wiesbaden, schrieb in HD seine Masterarbeit zur Parteistruktur der Nazis in HD 2020/2021.
Abitur 2012 in Mainz am Rabanus-Maurus-Gymnasium. Vom Wintersemester 2013/14 an studierte er nach einem Auslandsjahr Geschichte und Germanistik in Heidelberg. Seine Bachelorarbeit war als biographische Fallstudie zur badischen Landesbürokratie im „Dritten Reich“ angelegt. Seit dem Sommersemester 2017 studiert er im Master Global History und arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Engehausen an der Dozentur für Neuere südwestdeutsche Landesgeschichte; seit Februar 2018 zusätzlich am Lehrstuhl für Zeitgeschichte.
2018/19 war er außerdem im Rahmen des vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts „Vor- und Stiftungsgeschichte des Hans Thoma-Preises“ beschäftigt.
Seine Masterarbeit behandelt die institutionelle und personelle Entwicklung der NSDAP-Parteiorganisation am Beispiel Heidelbergs. Neben dem Studium absolvierte er verschiedene Praktika und Nebentätigkeiten in Verwaltung und Kommunikation. Joey Rauschenberger ist Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Dissertationsprojekt[]
- Thema des Dissertationsprojekt: Kontinuität des Antiziganismus in Baden-Württemberg bis zur Liberalisierung der Demokratie. (Aufruf 2021)
Publikationen[]
Monographien
- Zwangsarbeit im Landkreis Wasserburg a. Inn 1939–1945. Eine Geschichte des "Ausländereinsatzes" in Oberbayern (Veröffentlichungen des Stadtarchivs, Bd 9), Wasserburg, 2019 (gem. mit Philipp T. Haase).
- Diverse Aufsätze zu Reformkonservatismus im Kaiserreich, Totalitarismus
- Die NSDAP in Heidelberg. Organisation und Personal im »Dritten Reich«. In der Reihe Beiträge zur Heidelberger Stadtgeschichte Bd. 2; 2021, 217 S., 41 Abb. ISBN 978-3-86809-176-2.
- Rez: Anica Edinger: (Noch über die Masterarbeit) zur Parteistruktur der Nationalsozialisten von Joey Rauschenberger ist eine "Kollektivbiografie" und Neuland in der Forschung. (RNZ vom 11.1.2021)
Was heißt Kollektivbiografie?[]
Zugrunde liegt Pierre Bourdieus Theorie vom sozialen, kulturellen und ökonomischen Kapital von Menschen.
Die Untersuchungskriterien waren die klassischen sozialen Merkmale:
- das Alter, die Generation, aus der die Menschen stammen, die Konfession, die soziale Schichtung, die lokale Verwurzelung, das Geschlecht.
Zudem wurde auf die soziale Verankerung der Funktionäre in der städtischen Gesellschaft geachtet – waren sie ehrenamtlich in örtlichen Vereinen, in berufsständischen Interessenverbänden oder in den kommunalen Selbstverwaltungsgremien tätig? Wie anerkannt waren sie im damaligen sozialen Umfeld?
Wie viele Nazis und NSDAP-Ortsgruppen gab es in Heidelberg?[]
Während der Weimarer Republik hatte die NSDAP noch relativ wenige Mitglieder und es gab lediglich eine Ortsgruppe, die zunehmend größer wurde. Mit dem großen Mitgliederzuwachs nach 1933 musste diese Ortsgruppe dann geteilt werden und aus der Infrastruktur der ehemaligen Stadt-Ortsgruppe entstand die Kreisleitung, die in der Parteihierarchie zwischen der Gauleitung in Karlsruhe und den Ortsgruppen stand.
Schließlich gab es in Heidelberg 14 Ortsgruppen. Der Pfaffengrund war der letzte Stadtteil, in dem eine gegründet wurde, da er ein klassischer Arbeiterstadtteil war, in dem die Leute traditionell den marxistischen Parteien angehörten.
Spruchkammerverfahren[]
In der Arbeit steht dazu nichts. Im Interview weist er auf die benutzen Spruchkammerakten hin. Ein Spruchkammerverfahren wurde nach 1945 für jedes ehemalige NSDAP-Mitglied eröffnet.
www[]
- Anica Edinger: Die NSDAP in Heidelberg wurde absolut vom Mittelstand dominiert. (Die Masterarbeit von Joey Rauschenberger zur Parteistruktur der Nationalsozialisten ist eine "Kollektivbiografie" und Neuland in der Forschung. In: rnz vom 11. Jan. 2021, (Link nur für Abonnement)
Stichworte: Nazis in hd, Heidelberger NS-ler, NSDAP, fehlschreibung joye, joji