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Die Heidelberger Dichterin Hilde Domin (1909– 2006) 

Hilde Domin, geborene Löwenstein, verh. Palm (27. Juli 1909 in Köln – 22. Februar 2006 in Heidelberg), war eine Dichterin, die vor allem für ihre Lyrik bekannt war und nach ihrem Exil in der Dominikanischen Republik von 1960 an in Heidelberg lebte und wirkte.


Literatur zur H. Domin:[]

Ulla Hahn (Jahrgang 1946) legt am 28. August 2017 den Roman „Wir werden erwartet“ vor. Nach den Titeln „Das verborgene Wort“, „Aufbruch“ und „Spiel der Zeit“ kommt ihre Roman-Tetralogie nun zum Abschluss. Darin spielt die Heidelberger Dichterin Hilde Domin (1909– 2006) eine Rolle. Schon die Hauptfigur des auch verfilmten Auftaktromans ist ein Mädchen, das den bürgerlichen Namen Domins trägt – nämlich Hildegard Palm.

Hahn seinerzeit dazu: „Das Mädchen in meinem Roman ist, genau wie Hilde Domin, eine, die aus dem ‚Dennoch‘ lebt, dem ‚Trotzdem‘. Die sich nie duckt, sondern kämpft; für sich und für andere. Die nicht nur die Sprache liebt, sondern in der Sprache auch die Menschen. Daher ist die Hilla Palm in meinem Roman ‚Das verborgene Wort‘ auch eine Hommage an Hilde Domin.“

Hahns nun komplettes Epos dürfte ein einmaliges Projekt in der jüngeren deutschsprachigen Literatur sein. Die Autorin erzählt mithilfe des Alter Ego Hilla Palm ihre Lebensgeschichte und durchwandert zugleich auf insgesamt rund 2500 Seiten die ersten drei Jahrzehnte der Bundesrepublik Deutschland. Das neue, auch eigenständig lesbare Buch „Wir werden erwartet“ beginnt vor 50 Jahren im mythenumwobenen Herbst 1968 in Köln und erzählt vom Erwachen einer jungen Frau in einer sich politisch radikalisierenden Welt. Man begegnet der Euphorie bei der ersten Mondlandung von Apollo 11 ebenso wie dem Schock beim Attentat auf die Olympischen Spiele in München, dem Kniefall Willy Brandts in Warschau und dem Anschlag der Baader-Meinhof-Bande auf den Springer Verlag.



Aus der Biografie:[]


Hilde Domin wurde 1909 in der Kölner Riehler Straße 23 geboren (Geb.Name Löwenstein) An ihrem Geburtshaus ist heute eine Plakette angebracht.[2] Ihre Eltern waren der aus Düsseldorf stammende jüdisch-deutsche, promovierte Rechtsanwalt und Kölner Justizrat Eugen Siegfried Löwenstein (1871–1942) und dessen Frau Paula, geborene Trier. Die gebürtige Frankfurterin war, wie damals im gehobenen Bürgertum durchaus üblich, ohne Berufsausbildung und „ohne Beruf“ (Eintrag in der Heiratsurkunde vom 24. Oktober 1908). Ihre standesbewussten und wohlhabenden Eltern hatten ihr eine nach damaligen Maßstäben für ein Mädchen gute Bildung angedeihen lassen: Haushaltsführung, Gesangs- und Klavierunterricht. „Meine Mutter war als Sängerin ausgebildet“, idealisierte Hilde Domin in ihren Lebenserinnerungen den Bildungsstand ihrer Mutter.

Hilde Domin hatte keine Grundschule besucht, sondern war nach Privatunterricht in das Merlo-Mevissen-Lyzeum in Köln gewechselt, wo sie am 6. März 1929 ihre Reifeprüfung ablegte. Im Juni 1928 vertrat sie ihre Schule beim Deutschen Frauentag in Köln. Sie schrieb sich am 23. April 1929 zum ersten Mal an der juristischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ein.

Angesichts der Entwicklung der Nazizeit in D floh das Ehepaar Palm über Kanada in die Dominikanische Republik. Hilde Palm unterstützte ihren Mann in seiner Forschungsarbeit und unterrichtete – wie schon in Italien und England – Deutsch an der Universität in Santo Domingo. Erwin Palm publizierte hier seine stark auf Mexiko fokussierten Forschungen zur spanischen Kolonialarchitektur und übersetzte spanische Literatur. 1946 begann Hilde Palms Wirken als Schriftstellerin und Lyrikerin.


1954 kehrte das Ehepaar nach Deutschland zurück. Bei Hilde Palm gab der Name ihres nun verlassenen Exils in der Dominikanischen Republik den Ausschlag für die Wahl ihres Pseudonyms Domin. 1959 erschien Hilde Domins erster Gedichtband. 2004 wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt Heidelberg.


Hilde Domin und ihren Ehemann Erwin Palm.

Medien, Weblinks[]