Rhein-neckar-indushistory- Wiki

Die, heute evangelische, Heiliggeistkirche aus dem Mittelalter ist die bekannteste Kirche Heidelbergs. Sie steht am Marktplatz im Zentrum der Altstadt (mit dem Chor, Gebäudeteil mit Altar). Dort gegenüber steht das Rathaus.

Die Hauptstraße führt an ihrer Längsseite vorbei. Auf der gegenüberliegenden Seite steht das älteste erhaltene Wohngebäude Heidelbergs, das Hotel zum Ritter.


An die Kirche angelehnt stehen noch heute eine Reihe von Kramerläden (vor allem Bücher-, Souvenierhändler früher Handwerker) zwischen den Wandstützpfeilern.

Das Kirchenschiff besteht aus dem Haupthaus mit 6 Jochbögen und zwei Seitenschiffen, über denen zwei Emporen "schweben". Von der Nordempore steigt man bei Besichtigungen zum Kirchendachboden und -turm über das dort außen liegende Treppenhaus.

Die steinernen Wasserspeier am Dach verkörpern Teufel und Fabeltiere.

408px/Lage am Marktplatz und der

408px/Lage am Marktplatz und der Hauptstraße

1693, nach dem Stadtbrand, bekam der Westturm über dem Portal eine barocke Turmhaube und ein vierstimmiges Geläut.

Auf dem Schiff sitzt über dem Chor noch ein kleiner Dachreiter mit Doppelkreuz. Dort hängt nun die wieder gefundene Scheideglocke von 1712 (das Totenglöcklein).

Geschichte[]

Dachreiter, Westturm, Treppenanbau, Sakristei

Dachreiter, Westturm, Treppenanbau, Sakristei

Die Heiliggeistkirche wurde 1239 zum ersten Mal erwähnt. Bereits vorher hatte es zwei andere Kirchen an diesem Standort gegeben. Es handelte sich um eine spätromanische Basilika, die später gotisch umgestaltet wurde. 1398 wurde der Grundstein für die heutige spätgotische Kirche gelegt. Die Kirche wurde dann bis 1515 errichtet und war als Grablege der Kurfürsten von der Pfalz besonders repräsentativ geplant.

Der Chor mit seinen riesigen Glasflächen wurde bereits 1411 als Kirche geweiht.

1703 wurde in der Kirche eine Trennmauer errichtet, um sie als Simultankirche für zwei Konfessionen nutzen zu können. Die Protestanten nutzen ab da bis 1936 den Chor. 1812 wurde eine neue Orgel eingebaut.

Chor und Schiff, sieben Räume[]

Nordschiff, Nordempore, Mittelschiff, Südschiff, Südempore, und das Hauptportal mit der Halle unter dem Glockenturm

An der Westwand des südlichen Chorseitenschiffs / oder die südl. Trennwand des Seitenschiffs, befindet sich ein aus dem späten 15. Jahrhundert stammender und 1936 wieder freigelegter Wappenfries mit 38 Wappen aus der Kraichgauer, der Odenwälder und der rheinischen Reichsritterschaft. Links oben ist der Heilige Georg als Schutzpatron der Ritter zu sehen, der vor einer thronenden Muttergottes kniet. Die in vier Reihen angeordneten Wappen sind nicht mehr alle lesbar. Unter den noch lesbaren bzw. erkennbaren befinden sich die Wappen diverser Linien der Helmstatt, Neipperg, Gemmingen, Venningen, Sickingen, Landschad von Steinach, Hirschhorn, Rodenstein, Rosenberg, Handschuhsheim, Mentzingen, Erlickheim, Rüdt von Collenberg, Adelsheim und Stettenberg. Mit Ausnahme der Stettenbergs sind alle genannten Adelsfamilien in der Gesellschaft mit dem Esel, einer Turniergesellschaft, nachweisbar. Viele Ritter dieser Turniergesellschaft standen in Diensten der Heidelberger Pfalzgrafen.[1]

Medien[]

Siehe auch[]

Literatur[]

Weblinks[]

  1. Karl J. Svoboda: Das Wappenfresko in der Heiliggeistkirche zu Heidelberg. Ein Beitrag zur Kraichgauer Ritterschaftsgeschichte, in: Kraichgau, Folge 2, 1970, S. 180–183.