Albrecht Ludwig Karl Martin Leonhard Kọssel, Arzt, Physiologe und Biochemiker (geb. in Rostock 16. 9. 1853, gest. in Heidelberg am 5. 7. 1927). Er war Professor in Berlin, Marburg, ab 1901 in Heidelberg. Er wurde 1910 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.
Kossel entdeckte bei Untersuchungen der zuvor von J. F. Miescher und E. F. I. Hoppe-Seyler aus Zellkernen isolierten Nukleoproteide die Nukleinsäuren und als deren Bestandteile die Purine und Pyrimidine, außerdem das Histidin. 1910 erhielt er für seine Forschungen über Zelle und Zellkern den Nobelpreis für Physiologie und Medizin.
Es hatte sich erwiesen, dass Guanin, Adenin sowie Thymin und Cytosin in allen entwicklungsfähigen Zellen zu finden sind. Die Erkenntnisse über diese vier Nukleinbasen sollten für die weiteren Forschungen einen Grundstein legen. Kossel war es gelungen, sie als Bausteine der Nukleinsäure zu charakterisieren. In seiner Nobelvorlesung am 12. Dezember 1910 hob er hervor:
Zitat:
- Es gelang mir, eine Reihe von Bruchstücken zu erhalten … welche durch eine ganz eigentümliche Ansammlung von Stickstoffatomen gekennzeichnet sind. Es sind hier nebeneinander … das Cytosin, das Thymin, das Adenin und das Guanin.<re>f name="EN11">A. Kossel: Über die chemische Beschaffenheit des Zellkerns. In: Münchener Medizinische Wochenschrift. Band 58, 1911, S. 65. Nobelvorlesung am 12. Oktober 1910 in Stockholm (englisch).</ref>
Mit diesen Erkenntnissen schuf Kossel wesentliche Voraussetzungen für das Verständnis des Aufbaus von Nukleinsäuren.
- Siehe auch
- Straßenname Kọsselstraße in der Bahnstadt.
- Bestattet im Bergfriedhof, am Rundweg 4 in Feld B
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